Sicherheitsregeln

"Safety first!" wie schon die alten Lateiner sagten.

Es müssen an dieser Stelle ein paar Worte zur Sicherheit beim Bau und zum späteren Umgang mit dem Speer gesagt werden. Als Techniker mit den gängigen Unfallverhütungsvorschriften vertraut, weise ich auf das Fundament der Arbeitssicherheit hin: An erster Stelle ist jeder für sich selbst und sein Tun veranwortlich! Gleiches gilt hier, denn ein fehlendes Auge kann von niemandem ersetzt werden.

Deshalb etwas Grundsätzliches:
Kinder sollten weder beim Bau, noch beim späteren Gebrauch des Speeres unbeaufsichtigt gelassen werden!



Zum Bau:

Viele der benutzten Werkzeuge und Materialien sind nicht ganz ungefährlich.
Zu einem Messer braucht eigentlich nichts gesagt werden. Dass die Dinger eklig schneiden können, weiss jedes Kind. Schneidet bitte immer von Körper weg, nie auf die das Werkstück haltende Hand zu.
Beim Einsatz von Strom und Maschinen müssen die Sicherheitshinweise des Herstellers eingehalten werden. Eigentlich ist Maschineneinsatz bei dieser Bauanleitung aber nicht notwendig. Die Höhlung am Speerende z. B. wird von Hand mit einem Fräswerkzeug viel gleichmässiger aufgerieben als mit Hilfe einer Bohrmaschine, es dauert halt einen Moment länger.
Beachtenswert ist die Benutzung von Klebstoffen. Gerade Sekundenkleber ist bei unsachgemässer Handhabung sehr gefährlich. Es können Spritzer ins Auge gelangen und dort das Lid auf der Stelle verkleben. Ein sofortiger Krankenhausbesuch wäre die Folge.
Das man Holzbeize nicht trinkt, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Also lutscht bitte nach dem Gebrauch von Beize, Öl und Klebern weder die Finger ab, noch steckt sie in Nase oder Ohren.
Ein Tipp zum Schluss: Da der Speer durch seine Länge von über 2 Metern sehr unhandlich ist, sollte die Spitze erst ganz zum Schluss angeklebt werden. Das vermeidet Kratzer an den Möbeln und in Mamas Rücken!


Zur Handhabung:

Das Ausprobieren eures neuen Speeres sollte auf einem geeigneten Gelände stattfinden. Was ist 'geeignet'? In der höchsten Form z. B. ein Bogenschiessplatz mit hinter der Zielscheibe aufgehängtem Fangnetz. Normalerweise aber sucht man sich ein stilles Plätzchen, idealerweise mit einer hintenliegenden Böschung. Diese verhindert den Weiterflug des Speeres und man kann prima eine Plastiktüte als Ziel drauflegen.
Vor dem Wurf ist die Umgebung zu sichern, d. h. haltet Ausschau nach Spaziergängern, die sich in Wurfweite befinden könnten. Ihr solltet immer daran denken, dass unsere Vorfahren leicht und locker Rentiere gelöchert haben.
Das auf Menschen und Tiere nicht geworfen wird ist selbstverständlich. Es sollte nichtmals im Spass auf jemanden gezielt werden.
Lasst euch Zeit und Ruhe, seid bedächtig, die Plastiktüte läuft nicht weg.
Zuschauer, auch diejenigen mit Selbstmordgedanken, haben nichts vor dem Schützen verloren. Sie stehen dahinter oder bestenfalls daneben.
Sollte man bemerken, dass ein Speerschaft angebrochen ist, muss dieser sofort aussortiert werden. Falls er beim Wurf bricht, wird der Schaft dem Schützen unkontrolliert um die Ohren knallen und dort vielleicht mit seinen zersplitterten Bruchspitzen starke Verletzungen hervorrufen.
Speerschleudern soll Spass machen. Dazu ist es nicht notwendig, eine Spitze mit scharfer Klingenbestückung zum Einsatz zu bringen. Ich halte das für äusserst gefährlich. Ausserdem ist keiner begeistert, wenn seine Zielsscheibe aus geflochtenem Stroh davon zerschnitten wird.

Ein Tipp zum Schluss: Ich rate davon ab, die Speerschleuder mit einem Fangriemen am Handgelenk zu befestigen. Wenn ihr die obigen Ratschläge befolgt, kann sie ruhig mal aus der Hand fliegen. Sie wird niemanden treffen. An der Hand angebunden, könnte sie aber nach unten schlagen und euch selbst unsanft auf den Meniskus klopfen.

Übrigens..., nehmt nach dem Werfen die Plastiktüte mit!