Einleitung

Es ist wie immer und überall. Kaum stehen zwei beieinander und vergleichen ihre Fähigkeiten müssen Regeln her.

Mittlerweile kann ich an dieser Stelle eigene Erfahrungen einfliessen lassen. Am 18. Juli 2004 war ich in Schwerte/Ruhr als Zuschauer bei einem Wettbewerb im prähistorischen Speerschleudern anwesend, am 19. September nahm ich in Zonhoven/Belgien an meinem ersten Wettkampf teil.
Im Vorfeld hatte ich die Befürchtung, dass bei einer Veranstaltung dieser Art nur hochgestochene Wissenschaftler ihre Erfahrungen austauschen wollen. Es zeigte sich aber, dass die Teilnehmer Leute wie Du und ich sind, die jede Menge Spass bei der Sache haben. Kinder sind gleichrangig, werfen aber aus etwas kürzeren Distanzen. Sicherlich steht der Wettkampf im Vordergrund, aber das Drumherum, die Gespräche mit anderen Teilnehmern und das gemütliche Zusammensein nach dem Wettkampf ist mindestens gleichwertig.
Die zeitliche Gliederung gestaltet sich wie folgt: Samstagnachmittag findet in der Regel das prähistorische Bogenschiessen statt, am Sonntagmorgen das Speerschleudern. Da die Wettkämpfe meist auf einem Bogenschiessplatz, Campingplatz, im Umfeld eines Museums, o. ä. veranstaltet werden, ist eine Übernachtung direkt vorort im eigenen Zelt möglich.
Bei der Gerätschaft gilt: Es dürfen keine modernen Werkstoffe, wie Metall und Kunststoff verwendet werden. An dieser Stelle möchte ich Dr. U. Stodiek (Aufzeichnung des NDR, Schwerte 2004) zitieren: "Es geht uns nicht darum, auszuloten ob wir jetzt mit modernen Werkstoffen noch bessere Ergebnisse erzielen können, sondern es geht darum , in Anlehnung an das, was wir aus der Steinzeit kennen, das umzusetzen!".
Zugelassen sind Speerspitzen aus Holz, Horn, Knochen, etc.. Die Schleudern bestehen meistens aus Holz, ggf. mit Hakenenden aus vorgenannten Werkstoffen, zum einem schlicht gehalten, zum anderen durch Ritzungen oder Skulpturen von Tierbildern verziert.
Die Entfernung zu den Zielen beträgt zwischen 8 und 26 Metern maximal auf unterschiedlich grosse Zielscheiben. Gestartet wird in kleinen Gruppen jeweils an einem anderen Abwurfpunkt um Wartezeiten auszuschliessen. Jeder Werfer hat nur einen Wurf auf das Ziel. Das ist realistisch, da bei einer richtigen Jagd auch nur dieser eine Wurf möglich wäre. Die komplette Runde wird dreimal durchlaufen.
Die erworfene Punktzahl wird von einem Gruppenmitglied notiert. Bei der abschliessenden Auswertung wird aus Punktezahl und Anzahl der Treffer ein Faktor errechnet. So wird sichergestellt, das jemand, der niedrigere Punktzahlen, aber insgesamt mehr Treffer hat, höher bewertet wird, als jemand, der wenige Treffer mit hohen Punktzahlen hat. Dieses Vorgehen resultiert vermutlich aus der echten damaligen Jagd. Den Eiszeitjägern ging es nicht darum, das Viechzeuch möglichst kunstvoll um die Ecke zu bringen. Vielmehr sicherte das Endergebnis, sprich die Menge des erlegten Wildes, das Überleben der Gruppe. Volltreffer erlegen das Wild sofort. Nicht tödliche, aber mehr Treffer, erbringen eine höhere Ausbeute bei der Nachsuche.

Die Suche im Internet nach einem allgemein gültigen Wettbewerbsstandard gestaltete sich anfangs für mich schwerer als vorher gedacht. Aber auch hier scheinen die Amis die Vorreiter zu sein. Auf der Seite der WAA - World Atlatl Association - werden die ISAC-Regeln - International Standard Accuracy Contest - aufgezeigt. Ob diese Richtlinien tatsächlich einen allgemeingültigen Standard bestimmen, vermag ich nicht zu entscheiden. Teilweise ist dieser englische Text wegen der entsprechenden Fachbegriffe schwer zu verstehn.
Aus diesem Grunde hoffe ich, mit der folgenden Übersetzung dieser Texte (Dank an Björn) eine Hilfestellung leisten zu können. Beim Übersetzen wurde mehr Augenmerk auf sachliche Richtigkeit (hoffentlich...) als auf guten Satzaufbau gelegt. Falls ihr vorhabt einen standardisierten Wettbewerb zu organisieren, greift bitte auf das Originaldokument zurück, weil diese vorliegende Übersetzung nicht zertifiziert ist und vielleicht Fehler in der Wortwahl enthalten könnte.

Parallel zu dem englischen fand ich einen Text in französischer Sprache, der einen europäischen Standard darstellen soll. Inwieweit sich dort Übereinstimmungen zum amerikanischen Text ergeben, kann ich nicht beurteilen. Mein Französisch ist um Klassen schlechter, als es mein Englisch ohnehin ist.

(Nachträglich eingefügt: Mittlerweile ist es Herbst 2005 und in diesem Jahr habe ich an weiteren Wettkämpfen teilgenommen. Ich betreibe nun das 'ganze Programm', inkl. Bogenschiessen, was aber auf dieser Homepage auch in Zukunft kein Thema sein wird. Die kompletten Wettkampfregeln 2008 in deutscher Sprache wurden mir vor ein paar Tagen von Christian Lepers zugemailt. Die Datei im PDF-Format ist im Downloadbereich abgelegt.)








Anhang: Voilà, es spricht die WAA:


WORLD ATLATL ASSOCIATION - STANDARD-GENAUIGKEITSWETTBEWERB

Überarbeitete Fassung vom 01. Januar 2002


Der Zweck dieser Richtlinien ist es für Wettkämpfe zu sorgen, die so einheitlich wie möglich sein werden, egal wann oder wo sie stattfinden. Dieser Grad der Vereinheitlichung ermöglicht es Speerwerfern ihre Fähigkeit mit denen anderer auf der Welt zu vergleichen ohne (zeitlich und örtlich) im gleichen Wettkampf zu stehen. Der Wettkampf dient auch dazu die besten Speerwerfer in der Welt für irgendein gegebenes Jahr festzustellen. Die Wettkampfteilnehmer werden ermutigt, mehrmals während des Jahres zum Wettkampf anzutreten, entweder mit der ‚primitiven' oder der ‚freien' Ausrüstung. Die höchste Punktzahl, die während des Jahres geworfen wurde dient der Klassifizierung. Männer und Frauen jeglichen Alters treten in den gleichen Wettkämpfen an. Die WAA kann nach ihrem eigenen Ermessen unterschiedliche Preise basierend auf Alter, Geschlecht und Art der verwendeten Ausrüstung vergeben. Da dies ein ganzjähriger Wettkampf ist, vergibt die WAA alle möglichen Preise am Ende des Wettkampfjahres ("Wurfjahres"). Um Teilnehmern bei der Auslegung dieser Richtlinien zu helfen und um sicherzustellen, dass die Wettkämpfe so einheitlich wie nur möglich sind, wurde diesen Richtlinien eine Erklärung zu den Inhalten beigefügt.



1 DIE ZIELSCHEIBE

1.1 Das Ziel, das benutzt wird, ist eine Zielscheibe, welche die folgenden Maße hat:

X-Ring - Durchmesser 10,0 cm
10-Ring - Durchmesser 24,0 cm
9-Ring - Durchmesser 40,0 cm
8-Ring - Durchmesser 56,0 cm
7-Ring - Durchmesser 80,0 cm
6-Ring - Durchmesser 108,0 cm

Die Gesamtmaße des Ziels müssen gross genug sein, dass mindestens fünf Zentimeter Platz zwischen dem 6-Ring und dem Rand des Ziels sind.

1.2 Der Bereich zwischen den "X"- und 10er Ringen sollte schwarz sein um das Bulls Eye zu bilden. Der Bereich des X-Rings kann farblos gelassen oder optional beliebig in jeder erwünschten Farbe bemalt werden. Der Farbton des X und der 10er-Ringe muss so gewählt sein, dass die Kompasslinien, die benutzt werden um die Ringe zu kennzeichnen, noch sichtbar sind. Dies ist für das exakte Zählen notwendig.

1.3 Ein Ziel kann ohne einen Auffangblock wie Heuballen oder ähnliches Material benutzt werden. Bei diesem Gebrauch sind die Löcher in der Zielscheibe am Ende jeder Wurfrunde mit Klebeband zu flicken.

1.4 Das Ziel soll so gesetzt werden, dass sich die Zielscheibenmitte zwischen 80 und 110 Zentimetern über der Oberfläche des Bodens befindet.


2 AUSRÜSTUNG

2.1 Es gibt zwei Klassifikationen der Ausrüstung: ‚Primitiv' und ‚Frei'.

2.2 Für die ‚primitive' Ausrüstung müssen die Speerschleuder und die Speere aus natürlichen Materialien gebildet werden, die auch prähistorischen Menschen zur Verfügung gestanden haben. Kupferne Spitzen gelten als ‚primitiv'.

2.2a Moderne Kleber und künstliche Sehnen sind Ausnahmen zu oben genannter Richtlinie 2.2.

2.2b Der maximale Durchmesser des Wurfspeeres, einschliesslich der Spitze aber mit Ausnahme der Befiederung darf 19,0mm (748 innen) nicht überschreiten. Das heisst, der unbefiederte Speer würde durch einen Ring mit einem 19.0mm Innendurchmesser passen.

2.2c Die Wettkampforganisatoren sind aufgefordert eine 19.0-Millimeter-Lehre zur Hand zu haben, um sicherzustellen, dass die Schaftdurchmesser der Richtlinie 2.2b entsprechen.

2.3 Es gibt keine Beschränkungen in Bezug auf das Material oder das Design der ‚freien' Ausrüstung, ausser dass Richtlinie 2.2b genauso zutrifft.

2.4 Es müssen die gleichen Speerschleudern und Speere während des gesamten Wettbewerbs benutzt werden.

2.4a Sollte während eines Wurfs die Ausrüstung zerbrechen, kann sie ersetzt werden und dem Wettkampfteilnehmer wird erlaubt den Wurf zu wiederholen.


3 DISTANZEN (Wurfreichweiten)

3.1 Der komplette Wettkampf besteht aus zehn aufeinanderfolgenden Würfen, fünf Würfe ŕ 15 Meter und fünf Würfe ŕ 20 Meter, insgesamt also 10 Würfe.

3.1a Der 15-Meter-Teil des Wettkampfes wird zuerst geworfen.

3.2 Die Abwurfstelle muss durch eine mindestens drei Meter lange Linie klar gekennzeichnet sein.

3.2a Sollten ein Wettkampfteilnehmer während des Abwurfs diese Linie auf- oder übertreten, so ist der Wurf ungültig und wird nicht auf die Gesamtpunktzahl angerechnet.


4 LEITUNG DES WETTKAMPFES

4.1 Die WAA-Sicherheitsrichtlinien treffen auf diesen Wettkampf zu.

4.2 In jeder Runde werfen die Wettkampfteilnehmer der Reihe nach einen einzelnen Speer auf das Ziel. Am Ende jeder Runde rotieren die Wettkampfteilnehmer derart, dass der erste Wettkampfteilnehmer der vorhergehenden Runde auf die letzte Position und der Wettkampfteilnehmer, der sich an zweiter Stelle befand, nun auf die erste Position vorrückt (und so weiter für jede folgende Runde). Nach fünf Runden hat dann jedes Mitglied einer Fünf-Mann-Gruppe von jeder Position in der Runde geworfen.

4.3 Die erlaubte Gruppenstärke pro Ziel und Runde darf fünf Wettkampfteilnehmer nicht überschreiten und nicht weniger als drei Wettkampfteilnehmer betragen.

4.3a Wenn es mehr als eine Gruppe gibt, werden die Wettkampfteilnehmer gleichmässig aufgeteilt, damit die Gruppen möglichst gleich stark besetzt sind.

4.4 Ein Speer darf erst wieder vom Ziel entfernt werden, wenn alle Gruppenmitglieder ihre Speere in der laufenden Runde geworfen haben.

4.4a Eine Ausnahme zu 4.4 ist die Erlaubnis des Punktrichters den Speer zu entfernen, falls dieser in solch einem ungünstigen Winkel von der Senkrechten steckt, dass der Speer in Gefahr wäre von nachfolgenden Speeren zerbrochen zu werden.

4.4b Ein Speer, welcher sich ziemlich parallel zur Linie zwischen Zielscheibe und Abwurfstelle befindet, darf nicht entfernt werden, ganz gleich wo genau er in der Zielscheibe stecken sollte.

4.4c Der Punktrichter ist die letzte Instanz, die darüber zu entscheiden hat, ob ein Speer vor der Beendigung der Runde durch alle Gruppenmitglieder gezogen werden darf oder nicht.

4.5 Es ist den Wettkampfteilnehmern solange nicht gestattet einen Speer im Ziel zu berühren oder zu entfernen, bis der Punktrichter sie dazu auffordert.

4.6 Die Wettkampforganisatoren haben für das Vorhandensein von Ersatzzielscheiben Sorge zu tragen, für den Fall, dass es erforderlich werden sollte Zielscheiben zu ersetzen, die aufgrund ihrer Vielzahl von Treffern nicht mehr eindeutig bewertet werden können.

4.7 Die Teilnahme an einem World Atlatl Association Standard-Genauigkeitswettkampf ist für jeden Wettkampfteilnehmer auf einmal pro Tag begrenzt. Mehrfach-Wettkämpfe bei denen es Wettkampfteilnehmern erlaubt ist, einen Wettkampf gleich mehrmals während des gleichen Tages zu wiederholen, sind ausdrücklich verboten.


5 PUNKTVERGABE

5.1 Um gewertet zu werden muss der Speer entweder mit dem distalen Ende im Ziel stecken, oder das Ziel durchschlagen haben.

5.2 Die Punktzahl für einen gültigen Wurf richtet sich nach dem höchstzählenden Ring, der durch das entstandene Loch in der Zielscheibe berührt wurde.

5.3 Für Treffer, die nicht mindestens den 6er-Ring berühren, wird keine Punktzahl gegeben.

5.4 Der Punktrichter entscheidet in letzter Instanz über die zu vergebende Punktzahl für jeden Wurf.

5.4a Jeder Speer, der vom Boden abprallt bevor er das Ziel trifft, wird als Fehlwurf gewertet.

5.4b Sollte ein Werfer "fehlstarten", indem sein Speer während des Wurfvorgangs vom Sporn rutscht, so wird der Wurf dann als gültig angesehen und dementsprechend gewertet, wenn das hintere Ende des Speers weiter als zwei Meter von der Abwurflinie entfernt ist.

5.4c Wenn ein geworfener Speer im Speerende eines bereits sich im Ziel befindlichen Speers stecken sollte (egal wie kurz), und offensichtlich vom Erreichen des Ziels durch diesen gehindert wird, so ist der Wurf als gültig anzusehen und die gleiche Punktzahl zu vergeben, welche der hindernde Speer ebenfalls erhalten hat. Diese Regel kommt zur Anwendung ganz egal ob der geworfene Speer noch im Speerende des anderen Speers steckt oder lediglich das Speerende getroffen hat und anschliessend zu Boden gefallen ist. Der springende Punkt ist, dass der zweite Speer am Erreichen des Ziels gehindert wurde.

5.4d Jeder Speer, der von sich bereits im Ziel befindlichen Speeren abprallt bevor er selber steckenbleibt, wird nach der Stelle gewertet, wo er das Ziel zuerst getroffen hat.

5.5 Im Fall eines Punktegleichstands gewinnt der Wettkampfteilnehmer, der die meisten "X" (Volltreffer) hat.

5.5a Lässt sich der Punktegleichstand nicht durch Regel 5.5 auflösen, so werden die Wettkampfteilnehmer zu Co-Gewinnern erklärt.


6 ADMINISTRATIVES

6.1 Mögliche Fragen bezüglich dieser Richtlinien sollten an Lloyd Kiefer, Ormandy Dr. 1440, Baton-Rouge, LA 70808, USA, Telefon (225) 926 5785 adressiert werden. Alle mögliche Änderungsvorschläge für diese Richtlinien, einschliesslich der Gründe für solche Änderungen, sollten ebenfalls an diese Adresse geschickt werden. Auch Punktestände sollten an diese Adresse geschickt werden oder an die offiziell ernannten WAA-Punktrichter.

6.2 Die Wettbewerborganisatoren sind für alle Aspekte des Wettbewerbs verantwortlich. Diese Verantwortlichkeit beinhaltet, ist aber nicht nur auf das Folgende beschränkt: Die Sicherstellung der korrekten Zielmaße und -abstände. Der Gebrauch der korrekten Formulare für die Punktauswertung und das Einreichen in der Zeit. Überprüfung der Projektilauffangwände, um sicherzugehen, dass ein geworfener Speer haftet, anstatt vom Ziel abzuprallen.

6.2a Nur die Punktzahlen eines planmässigen und offenen Wettkampfs werden für die Wertung akzeptiert. Ein planmässiger und offener Wettkampf ist dadurch definiert, dass das Zeit und Ort im ‚THE ATLATL' vor dem Stattfinden des Wettkampfs veröffentlicht werden.

6.2b Die Informationen über die im ‚THE ATLATL' veröffentlichten Wettkämpfe sollten nur an den Geschäftsführer gesendet werden, der die offizielle Wettkampfliste führt. Es sollte angemerkt werden, dass der Abgabetermin für jede Ausgabe von ‚THE ATLATL' der fünfzehnte Tag des Monats vor dem Ausstellungsdatum ist.

6.2c Da ‚THE ATLATL' nur vierteljährlich erscheint, können Organisatoren, die einen Abgabetermin verpassen, die Zustimmung für einen Wettbewerb durch Kontaktaufnahme mit dem WAA Geschäftsführer einholen. Der Antrag muss schriftlich und mindestens 45 Tage vor dem geplanten Wettkampf eingehen. Ein Ausschuss, der aus dem Geschäftsführer, dem offiziellen WAA Punktrichter und einem dritten Mitglied, welches vom Präsidenten ernannt wird, besteht, wird darüber entscheiden, ob der Wettkampf anerkannt wird oder nicht. Eine einfache Mehrheit ist für die Zustimmung erforderlich. Der Antrag auf Zustimmung muss zum einen beinhalten auf welche Weise der Wettbewerb ausgeschrieben wird und zum anderen eine Erklärung, warum die Organisatoren die Zustimmung benötigen statt ihren Wettkampf zu terminieren, damit er in der folgenden Ausgabe von ‚THE ATLATL' veröfffentlicht werden kann. Den Wettkampf im ‚THE ATLATL' auszuschreiben ist dabei die bevorzugte Vorgehensweise.

6.3 Um zu Protokoll/den Akten genommen zu werden, muss die Punktzahl in Form der ursprünglichen Formulare für die Punktewertung eingereicht werden. Das offizielle WAA-Formular der Punktewertung muss für die Meldung aller Wettkampfresultate verwendet werden. Die Organisatoren müssen Kopien bis das Ende der laufenden Saison behalten. Die Organisatoren sind dafür verantwortlich, dass die Formulare für die Punktewertung vollständig ausgefüllt und einfach zu lesen sind. Mindestens eine der Personen, die die Punktzahl überprüfen, muss ein Mitglied der World Atlatl Association sein.

6.3a Offizielle WAA-Formulare für die Punktewertung können vom Geschäftsführer bezogen werden.

6.3b Post bezüglich der Formulare für die Punktauswertung, welche später als 30 Tage nach dem Wettkampf eingeht wird nicht zu Protokoll/den Akten genommen.

6.3c Die Ergebnisse aller Wettkämpfe, unabhängig von der Punktzahl, sind an den offiziellen WAA-Punktrichter zu senden.

6.4 Die Wettkampfsaison eines Kalenderjahres beginnt am 1. Januar und endet am 30. November. Wettkampfergebnisse vom Dezember werden nicht zu Protokoll/den Akten genommen.

6.4a Um zu Protokoll/den Akten genommen zu werden müssen die Wettkampfergebnisse, die im November erzielt wurden, bis zum 7. Dezember beim offiziellen WAA-Punktrichter eingegangen sein.



ERKLÄRUNG ZU DEN INHALTEN FÜR DIE AUSLEGUNG DER RICHTLINIEN DER
WORLD ATLATL ASSOCIATION STANDARD-GENAUIGKEITSWETTKÄMPFE


Der WAA Standard-Genauigkeitswettkampf war ursprünglich als eine Möglichkeit für jeden Speerschleuderer in der Welt gedacht, der seine Geschicklichkeit mit der anderer vergleichen möchte ohne ihnen Auge in Auge gegenüberstehen zu müssen. Es ist offensichtlich, dass mit einem bisschen Protokollieren der Punktzahlen, der gleiche Wettkampf genutzt werden kann um den genauesten Speerschleuderer in der Welt zu ermitteln. Letzteres war die Basis auf welcher der Wettkampf bei der WAA-Sitzung in Delores, Colorado 1995 vorgeschlagen wurde. Wie auch immer: Damit die Punktzahlen vergleichbar sind, müssen die Wettkämpfe wirklich standardisiert sein ohne irgendwelche "lokalen Sonderregelungen". Gerade weil einige Handlungen nicht verboten sind, bedeutet das aber nicht, dass sie erlaubt sind. Die weitaus richtigere Annahme ist, dass falls eine Handlung nicht erlaubt ist, sie höchstwahrscheinlich eher regelwidrig ist. Die Richtlinien können nicht ziemlich kurz und einfach gehalten werden, es sei denn dies ist eine geltende Voraussetzung. Es ist unsere Überzeugung, dass das beste Mittel zum Schutze der Integrität dieses Wettkampfes die Wettkampfteilnehmer selbst sind. Niemand möchte eine persönliche Bestleistung in einen Wettkampf werfen, der in jeder Hinsicht fraglich ist. Wir hoffen, dass diese Erklärung der Absichten, die hinter den Richtlinien stecken, zu mehr Standardwettkämpfen führen wird.

Die Abschluss-Klassifizierung der Speerschleuderer basiert auf der besten Punktzahl, die während des Jahres geworfen wurde. Der Sinn bestand darin Einzelne zu ermutigen vermehrt Wettkämpfe zu besuchen und dazu zu bewegen, selbst mehr Wettkämpfe zu organisieren. Man erhofft sich hiervon, dass dieser Wettkampf dabei helfen kann, die Teilnehmer an diesem Sports enger zusammen zu bringen.

Obwohl der Wettkampf ganz genau präzisiert werden musste, um die Einheitlichkeit zu gewährleisten, so wurde doch jede Anstrengung unternommen um die Anzahl der Beschränkungen minimal zu halten. Sowohl Würfe durch eine Zielscheibe, als auch Auffangzielscheiben sind erlaubt. Für die Höhe der Zielscheibe ist eine Entfernung von 80 bis 110 Zentimeter über dem Boden für die Zielmitte vielmehr erlaubt als das dafür eine festgelegte Distanz erforderlich wäre.
Das erlaubt den Organisatoren einen grösseren Spielraum in der Art und Weise wie sie das Ziel stützen und bietet ihnen auch die Möglichkeit alle Auswirkungen, die das ab- oder aufwärts Werfen erzwingen zu minimieren.

Die einzige Beschränkung der Ausrüstung ist der maximale Speerdurchmesser von 19.0 Millimetern. Es besteht die Auffassung, dass ein Maximum erforderlich ist um die Einfachheit der Punkteerzielung auf dem "höchsten zu zählenden Bereich zu erhalten, der durch die Lochung in der Zielscheibe berührt wird". Bemerken Sie bitte, dass die Lochung anstelle des Speers selbst gezählt werden soll. Die zu werfende Distanz sollte durch eine Linie gekennzeichnet werden, damit es für den Punktrichter einfacher ist darüber zu urteilen, wann ein Wettkämpfer Regel 3.2a verletzt.

Regel 4.2 sorgt für die Rotation, damit am Ende von fünf Runden jedes Mitglied einer Gruppe von fünf Personen von jeder Position in der Runde aus geworfen hat. Diese Rotation macht es jedem Wettkampfteilnehmer unmöglich sich eine günstige Zeit zum Werfen herauszusuchen und sie unterstützt das weitere Standardisieren der Situationen, denen jeder Wettkampfteilnehmer sich stellen muss.

Regel 5.4c, welche die Verfahrensweise für die Wertung eines Speers definiert, der das rückseitige Ende oder das Speerende eines bereits steckenden Speers getroffen hat und welcher dadurch effektiv vom Erreichen der Zielscheibe gehindert wird, ist Bogenschiessrichtlinien entnommen worden.

Regel 6.2a legt fest, dass nur Punktzahlen von einem "zeitlich geplanten, offenen Wettkampf" zu Protokoll/den Akten genommen werden. Der Zweck dieser Richtlinie ist, dass wir nur Punktzahlen wünschen, die unter wirklichem Konkurrenzdruck geworfen worden sind. Die Ausgangssituation für das Definieren eines "zeitlich geplanten, offenen Wettkampfs" ist die, das man Datum und Ort angegeben und im ‚THE ATLATL' vor dem Datum des Wettkampfs veröffentlicht hat. Die Annahme ist, dass die Publikation in Rundschreiben als Werbung gut genug ist, so dass die Leute auf den Wettkampf aufmerksam werden und, wenn sie es so wünschen, ihn auch besuchen. Es ist auch eine Annahme, dass die Organisatoren ausreichend voraus geplant haben, so dass sie einen gut laufenden Wettkampf durchführen und alle Richtlinien durchsetzen können. Bemerken Sie, dass der Wettkampf in ‚THE ATLATL' vor dem Stattfinden des Wettkampfs veröffentlicht werden muss. Wegen der Abgabetermine, dem Druck und der Zustellungszeiträume muss ein Wettkampf, der für Januar terminiert wird, im Oktober-Rundschreiben erscheinen um sicherzustellen, dass ‚THE ATLATL' diesen vor dem Datum des Wettkampfs herausgegeben hat. Dasselbe gilt für alle anderen Wettkämpfe, die für den gleichen Monat terminiert werden, in welchem das Rundschreiben herausgegeben wird. Organisatoren, die eine Terminierung von Wettkämpfen durch die Publikation im Rundschreiben wünschen, sollten die Informationen eher an den Geschäftsführer als an den Herausgeber des Rundschreibens schicken. Dies ist eine Veränderung im Vergleich zu früher. Der Geschäftsführer ist jetzt der Führer der offiziellen Wettkampfliste.

Regel 6.2b stellt eine Verfahrensweise für Organisatoren zur Verfügung, die einen Abgabetermin verpasst haben und nun um die Zustimmung eines Wettkampfs ersuchen. Es sollte angemerkt werden, dass eine solche Zustimmung kein Freibrief ist um Organisatoren abzudecken, die nicht im Vorfeld bereits geplant haben. Es muss schriftlich sein und den Grund angeben, warum der Organisator seinen Wettkampf nicht zu einem späteren Zeitpunkt terminieren kann, so dass er in der nächsten Ausgabe von ‚THE ATLATL' veröffentlicht werden kann. Der Antrag wird von einem dreiköpfigen Ausschuss anstatt vom Geschäftsführer alleine geprüft. Dies ist teilweise ein Grund mit für die Erfordernis, dass der Antrag 45 Tage vor dem vorgeschlagenen Datum des Wettkampfs eingehen sollte. Um die Zustimmung zu beschleunigen, ist es empfehlenswert, dass allen drei Mitgliedern des Ausschusses solche Anträge gleichzeitig zugeschickt werden. Mit ihnen kann wie folgt in Verbindung getreten werden:

Leni Clubb
P.O. Box 56
Ocotillo, CA 9259
Ph. (760) 358-7835
e-mail: waaleni@earhlink.net

Lloyd Pine
1440 Ormandy Dr.
Baton Rouge, LA 70808
Ph. (225) 926-5785
e-mail: atlatlp@earthlink.net

Terry Keefer
8315 Sweetwater Rd.
Ft. Loudon, PA 17224
Ph. (717) 349-2262
e-mail: mailto:tkeefer@cvn.net

Die überarbeiteten Regeln 6.2a und 6.2b sind ein Kompromiss zwischen einer Vielzahl von Ansichten, und wie die meisten Kompromisse, wird er nicht jedem gefallen. Man erhofft sich hiervon, dass die Überarbeitungen die Organisatoren dazu zwingen werden, ihre Planungen verstärkter im Vorfeld zu erledigen und ihre Wettkämpfe regional breiter zu koordinieren, damit sie nicht miteinander kollidieren. Hoffentlich wird dies sogar zu noch grösseren Wettkämpfen führen. Wir beabsichtigen nicht Organisatoren, die den ‚THE ATLATL'-Abgabetermin zum Ausrichten eines Wettkampfs verpasst haben, völlig auszuschliessen, aber wir wollen sicherstellen, dass dieser Weg sparsamer verwendet wird als es in der Vergangenheit der Fall war.

Die Regeln 6.3 bis 6.4a sind alle entworfen worden um dabei zu helfen, dass Protokollieren der Ergebnisse so einfach und genau wie möglich zu machen. Ungefähr 450 Formulare für die Punktauswertung wurden 1999 empfangen. Die Qualität der Formulare für die Punktauswertung ist wiederholt verbessert worden, aber wir müssen noch besser werden was die Leserlichkeit und Vollständigkeit angeht. Fehler in der Dateneingabe konnten meistens auf die geringe Qualität der Formulare für die Punktauswertung zurückgeführt werden.


Anmerkung: Wenn Sie diese Seite ausdrucken, benutzen Sie bitte Ihre erste Kopie als Muster und erstellen Sie alle folgenden Kopien von dieser Musterkopie. Dies wird dabei helfen, einige der Probleme zu beseitigen, die mit unlesbaren Kopien in den vorhergehenden Jahren verbunden waren. Also, wenn Sie ein Muster-ISAC-Formular für die Punktauswertung benötigen, können Sie diese vom WAA Geschäftsführer unter der folgenden Adresse beziehen:

Leni Clubb mailto:waaleni@earthlink.net
P.O. Box 56
Ocotillo, CA 92259 USA


Das hier angezeigte Wettkampf-Reglément ist als formatiertes PDF-Dokument im Download-Bereich abgelegt.