'Kupferaxt' la Ötzi

Bei der Gletschermumie vom Tisenjoch wurde im September 1991 unter anderem ein Beil von ca. 60 cm Länge gefunden. Die Knieholmschäftung besteht aus Eibenholz, der Axtkopf aus nahezu reinem Kupfer. Ötzi lebte in der Jungsteinzeit vor ungefähr 5300 Jahren.

Mein Nachbau stützt sich auf eigene Fotos der Rekonstruktion eines bekannten Experimental-Archäologen und der in der Fachliteratur genannten Länge von 93 Millimetern. Betreffend der Dicke hatte ich keinen Anhalt, ich vermute aber, dass Ötzi's Axt schlanker ist als die hier gezeigte.
An der oberen und unteren Kante des Holzmodells habe ich Leisten von 3x3 mm aufgeleimt, die anschliessend beigeschliffen wurden. Zum Axtkörper wurde mittels Spachtelmasse ein kleiner Übergangsradius angezogen. Beim Original sind diese Randleisten vermutlich schmieden/dengeln erzeugt worden.
Im Sandformverfahren wurde das Negativ des Axtkopfes erstellt und anschliessend mit einer Rotgusslegierung (kein Kupfer) gegossen. Im unteren Bild lässt sich die Teilungsnaht und der Einguss erkennen.
Es ist nicht ganz einfach einen passenden Ast für die Schäftung zu finden. Die Astenden der stabilen Buche z. B. wachsen meist zu spitz auseinander. Ich habe bei dem hier vorgestellten Schaft auf einen Weidenast zurückgegriffen. In puncto Stabilität ist er mit Sicherheit nicht ausreichend und zu schwach im Durchmesser, von der Form allerdings recht ansprechend.
Die Umwicklung besteht aus einem Lederriemen von 3x3 mm und ist ca. 1 Meter lang.

Interessierte finden im Downloadbereich eine bemaßte Zeichnung.