Hier entsteht ein Sammelsurium kleiner, nützlicher Tipps und Tricks, Fragen und Antworten zum Thema...

Hi Leute, klein aber oho!
Hier stand vor kurzer Zeit die Frage, wie eine solche in sich geschlossene Lasche geflochten wird. Das obere Bild stellt das Ausgangsmaterial dar, ein Lederstreifen mit zwei Längsschnitten. Eigentlich ist das ganz einfach, mir musste es nur zehnmal gezeigt werden. ;-)

Ein Ende wird festgeklemmt. Anschliessend werden von hier aus die Stränge wie immer miteinander verflochten. Die sich dabei verdrehende untere Lasche wird deswegen in die Gegenrichtung durch die Schlitze gezogen. Das Ganze funktioniert nur bei einer Anzahl von 5/10/15/usw. 'Knoten', deshalb ist die Länge des Rohlings darauf abzustimmen.
Meine fertigen Laschen sollen der Befestigung eines Köchers an dessen Versteifungsstab dienen. Zu diesem Thema gibt's in näherer Zukunft noch eine meiner berüchtigten Baubeschreibungen.


 

24.02.2004 Nils würde gerne etwas über die Flugeigenschaften und die Herstellung eines Bambus-Speeres erfahren:

Wer kann eigene Erfahrungen über materialbedingte Eigenheiten von Bambus schildern?

Mittlerweile habe ich einen Speer aus Bambus mit Alu-Spitze gebaut (Länge ca. 2,10 m, Durchmesser von 13 mm auf 16 mm, Naturbefiederung 240 mm lang). Beim Probewerfen stellte sich heraus, dass der Speer zu steif ist oder meine Kraft dafür nicht ausreicht. Beim Abwurf hebt sich die Spitze, das Heck will unten überholen, dann erfolgt ein 'Bogenflug'. Hier wäre eine kleinerer Durchmesser sinnvoller gewesen. Ich kann aber feststellen, dass das Dings mechanisch sehr stabil ist, was materialbedingt auch zu erwarten war.

 

06.03.2004 Federn an das Schaftende des Wurfspeeres ankleben:

Mit einem Bleistift die Lage der Federn am Schaftende anzeichnen. Anschliessend auf den Federkiel und den Bleistiftstrich entlang transparenten Kontaktkleber dünn auftragen. Nachdem der Kleber getocknet ist, beides zusammenfügen. Achtung: Klebt sofort, deshalb ist nachträgliches Ausrichten nicht möglich! Eine Umwicklung mit einem Faden sichert die Federn zusätzlich.

 

10.03.2004 Hakenende aus Hirschhorn für 'schottische' Steinzeitler:

Geweihenden können zu einem Teil zu Speerspitzen, zum anderen zu Hakenenden für Speerschleudern verarbeitet werden. Nach etwa 6 Geweihenden pro Stange ist meist Schluss mit lustig, meint selbst der Hirsch. Die Reste können z. B. noch zu Werkzeuggriffen verarbeitet werden. Wer allerdings noch Horn für weitere Speerschleuder-Hakenenden benötigt geht wie folgt vor:
Ein zylindrisches Schaftstück wird der Länge nach diagonal mit einer Säge geteilt. Die schräg auslaufende Seite wird angespitzt und leicht kugelig verrundet. Sie bildet später den Dorn, der in das Speerende greift. Die gerade abgesägte Basis kann in eine V-förmige Kerbe am Schaftende der Speerschleuder eingeklebt werden.
Eine derart gefertigte Schleuder ist unter '\Bauanleitung\Diverse Schleudern' zu sehen.

 

10.03.2004 Birkenpech für 'japanische' Neandertaler:

Prähistorischen Kleber wie Birkenpech herzustellen ist nicht jedermanns Sache. Um trotzdem einer Klebung ein nahezu authentisches Aussehen zu verleihen habe ich Zwei-Komponentenkleber mit schwarzer Abtönpaste verrührt. Ich fülle damit bei einer Speerschleuder die Fugen vom Hakenende aus Horn und dem Schaftende aus Holz.

 

13.06.2004 Die Erben der Eiszeitjäger?

Mein heutiger sonntäglicher Spaziergang führte mich im Dortmunder Süden an diesem Schild vorbei. Ich fand es irgendwie nicht lustig, allenfalls charakteristisch für... Tja, für was denn nun?
Ein paar Kilometer weiter beim Ehrenmal 'Hohensyburg' sah ich Bismarcks verkniffenen Gesichtsausdruck, Moltkes vielsagendes Schweigen und die leisen Tränen in den Augen Kaiser Wilhelms, dessen Pferd die Nahrungsaufnahme verweigerte...

(Mausklick auf das Bild zum Vergrössern)

 
 

Wettkampf im Rahmen der Europameisterschaft im prähistorischen Bogenschiessen und Speerschleudern Schwerte / Ruhr am 17. und 18. Juli

Der Wettkampf in Schwerte war für mich, obwohl nicht aktiver Teilnehmer, ein voller Erfolg. Ich war zum erstenmal bei einer Veranstaltung wie dieser und fand an vielen Stellen Anregungen. Meine Fragen wurden bereitwillig und ausreichend von dem Organisator Stephan Planitz beantwortet. Ich hatte den Eindruck, dass offensichtlich der Spass bei allen immer im Vordergrund stand. Das Alter des Teilnehmerfeldes streute von ungefähr 6 bis schätzungsweise 75 Jahren. Ein Fernsehteam vom NDR drehte während des Speerschleuder-Wettkampfes. Wie mir ein Fernsehmann mitteilte, soll dieser Bericht nicht vor dem 28. Juli in dem Magazin 'DAS!' gesendet werden. Der genaue Termin ist über den Video-Text in Erfahrung zu bringen.

Ein Wermutstropfen trübte allerdings diese Veranstaltung. Der Schiessplatz wurde leider den hier ansässigen Bogenschützen zum Jahresende gekündigt. Es ist also fraglich, ob im nächsten Jahr wieder hier in der Nähe ein Wettbewerb dieser Art stattfinden wird. Hoffen wir es, denn der von mir gewonnene Eindruck dieses Events war ausschliesslich positiv.


Ein linker Mausklick auf das entsprechende Foto vergössert dieses:

1. Ein Teil der 'Aktivisten'
2. Uli Stodiek im Gespräch mit dem NDR-Fernsehteam
3. Zielen mit dem Wurfspeer
4. Der Abwurf (Pascal Chauvaux)
5. Der kleinste Teilnehmer, links natürlich... :-)

 
 

13.09.2004 Es muss nicht immer Mammut sein...

Herr Wagner aus Niedereschach schickte mir ein paar Fotos seiner Speerschleuder, die er im Périgord/Fr erstanden hat. Das Hakenende besteht aus Knochen und ist mit Sehnen am Haselschaft befestigt. Wenn man es einmal gesehen hat, fällt es schwer sich dort ein anderes Motiv vorzustellen. Die Gravur passt sich vollkommen der Form an.

(Mausklick auf das Bild zum Vergrössern)

 
 

Wettkampf im Rahmen der Europameisterschaft im prähistorischen Bogenschiessen und Speerschleudern Zonhoven / Belgien am 18. und 19. September

Zonhoven, im Landkreis Limburg gelegen, war mein erster Wettkampf im Speerschleudern. Sofort als Anfänger erkannt, nahm mich der Organisator Guido Pirotte unter seine Fittiche. Das weitläufige Terrain um den Campingplatz 'Holsteenbron' ist eine wunderschöne Heidelandschaft, in das sich die aufgestellten Ziele perfekt eingliederten. Die neuzeitlichen Eiszeitjäger sind freundliche Menschen, die mir eine Menge Tipps gaben.
Das nachmittägliche Rahmenprogramm erklärte die Ausrüstung und befasste sich mit Demonstrationen vorzeitlicher Techniken, wie Pfeilherstellung und Feuerschlagen. Ein toller Tag und es wird nicht mein einziger in Zonhoven bleiben.

(Mausklick auf das Bild zum Öffnen eines weiteren Bildes)

 
 

30.10.2004 Wie populär ist Speerschleudern?

Bernd Lischke (www.wildes-lernen.de) hätte gerne gewusst, wie viele Werfer es in Deutschland gibt. Vielleicht kann jemand diese Frage beantworten, wenn auch nur schätzungsweise.
(Eigene Anmerkung: Die Teilnehmerliste der offiziellen Wettkämpfe weist europaweit 406 Speerwerfer aus, davon 61 Deutsche)

 

19.12.2004 Die Speerschleuder - Waffe oder Sportgerä:t?

Uwe aus Duisburg schreibt am 14.12.2004: "... macht mir sehr viel Spass, mit dieser primitiven aber sehr effektiven Waffe in den Wald zu gehen und auf vorher aufgestellte Ziele zu werfen."

Wie wird die prähistorische(!) Speerschleuder/Wurfspeer rechtlich eingestuft? Ich denke mal, dass sich viele in der gleichen Situation wie Uwe befinden. Vielleicht hat jemand von Euch schon mal Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht oder kennt sich sogar mit dem u. U. an dieser Stelle greifenden Waffenrecht aus?

 
 

26.12.2004 Steigerung der Effizienz bei der Steinwerkzeugherstellung

Vor kurzem las ich in dem Buch 'Lucys Knie' von Yves Coppens eine interessante Darlegung des Wissenschaftlers André Leroi-Gourhan: 'Er hat die Schneidenlängen bearbeiteter Steinklingen gemessen, die zusammen ein Gewicht von einem Kilogramm ergaben. Es wurde dabei festgestellt, dass vor 2.000.000 Jahren ein Kilo Rohmaterial zehn Zentimetern Klingenlänge entsprechen. Ein gravierender Anstieg war vor ca. 20.000 Jahren zu erkennen. Vor 10.000 Jahren betrug die Ausnutzung 7000 Zentimeter Schneidenlänge.'
Vermutlich beruht dieses Ergebnis auf der Steigerung des handwerklichen Geschicks und der Weiterentwicklung neuer Techniken (Mikrolithen). Zum andern sind die Gründe vermutlich auch weit profanerer Art. Rohstoffe waren auch damals schon knapp, und Feuersteinknollen von weither zu importieren war nicht nur schwer/schwierig, sondern auch teuer.

( Ein Klick auf das nebenstehende Bild zeigt ein Liniendiagramm, Dateigrösse 156 kB )

 
 

31-12-2004 - Atlatl - die indianische Speerschleuder

Ich möchte an dieser Stelle einige Arbeiten eines engagierten Lesers dieser Website vorstellen. Uwe Rex baut u. a. Speerschleudern im indianischen Stil, deren Vorlagen er der Seite www.thunderbirdatlatl.com entnimmt.
Im Downloadverzeichnis ist eine zip-Datei (164 kB) mit Fotos und einer kurzen Beschreibung (e-mail-Auszug) seiner Schleudern abgelegt.

 
 

03.07.2005 Ein Leckerchen für Bodo Krause, den juten Hund...

Sehne zur Befestigung der Speerspitzen entspricht nicht nur einer authentischen Bauweise, sondern sieht durch die halbtransparente, bernsteinartige Farbe auch gut aus. Wenn man sich ein solches Sehnenbündel im Supermarkt kaufen möchte, schaut der Metzger je nach Gemüt belustigt, mitleidig oder sogar entsetzt aus der Wäsche. Bestenfalls bekommt man anschliessend ein mit Fleisch- und Fettresten behaftetes Etwas.
Sauberer und preisgünstig geht es im Tierfuttermittelshop. Hier werden Sehnenbündel angeboten, die eigentlich für den Verzehr durch Fifi bestimmt sind. Die Bündel, die ich erworben habe, sind aus drei Strängen geflochten und ca. 25 Zentimeter lang. In Wasser geweicht, lassen sie sich nach ungefähr 24 Stunden voneinander trennen. Vor dem anschliessenden Zerfasern durch Weichklopfen mittels Holzhammer müssen die Sehnen wieder getrocknet werden.

(Mausklick auf das Bild zeigt weitere Darstellung)

 
 

04.08.2005 Speerschleudern aus Rottenburg am Neckar

Achim Schütz baut authentische Speerschleudern mit natürlischen Materialien. Ich bin nicht nur begeistert vom Design dieser Schleudern, sondern auch von der perfekten handwerklichen Ausführung.

1. Komposit-Speerschleuder des Archaikums (Paläoindianer, Südosten USA)
2. Speerschleuder mit "unauthentischen" Materialien, Kirschholz und Hakenende vom Rotwild, Hanfschnurwicklung, Leder
3. Jungpaläolithische Speerschleuder aus Birke und Hakenende aus Rentiergeweih
4. Zentralaustralische Speerschleuder aus Hartholz, Sehnen, Ockererdfarbe, Silex und Baumharz
5. Jungpaläolithische Speerschleuder aus Birke, Rentiergeweih, Sehnen und Leder in Anlehnung an diverse französische Funde (Grotte du Mas d'Azil)
6. Haken/Mulden -Schleuder aus Eibe mit Lederschlaufen und Sehnen (Südwesten USA)
7. Hakenschleuder aus Birke mit Lederschlaufen und Sehnen (Südwesten USA)

Das Längenspektrum der Speerschleudern geht von 66 bis 75 cm. Als Klebstoff ist meist Baumharz verwendet worden. Sehnen sind in Kombination mit Haut-oder Knochenleim verarbeitet worden.

Interessierte finden im Downloadbereich das Originalbild (Dateigrösse ca. 1MB)

 
 

26.08.2005 Matthias Brock (matthe_b@yahoo.com) schreibt zur Zunderverarbeitung:

Die Steinzeitler hatten Salpeter! Der entsteht nämlich in einem Milieu, welches in jedem Abfallhaufen anzutreffen ist, auf den man organische Abfälle, Holzasche und Fäkalien gibt. Der Abfallhaufen sollte aber regengeschützt sein, damit der entstehende Salpeter nicht zu früh ausgewaschen wird. Nach ein bis zwei Jahren kann man ernten. Diese Verfahren wurde später verfeinert und bis ins 19. Jahrhundert als sog. Salpeterplantagen betrieben.
Schöne Grüsse, Matthias