Mal endlich ein "anständig" traditionelles Dingsbums...
 
 
 
 

Seit dem Entstehen dieser Seite ist einige Zeit vergangen und das Speerschleudern hat nichts für mich an Reiz verloren. Mittlerweile bevorzuge ich Schleudern mit einem nahezu geraden, leichten Schaft und einem niedrigen Hakenende. Vielleicht ist das vergleichbar mit dem Geschicklichkeitsspielchen, welches wir als Kinder betrieben, dem Balancieren eines Stockes auf der Fingerspitze. Auch hier wird das Gleichgewichthalten immer schwieriger, je weiter wir den Arm ausstrecken und auch beim Speerschleudern versuchen wir mit dem Hakenenden den Speer in's Ziel zu 'balancieren'.
Ein weiteres Kriterium ist die Gestaltung des Griffes. Er sollte hochkant oval in der Hand liegen, ggf. hilft eine zusätzliche wulstige, spürbare Naht an der Oberseite. Es wird dadurch sichergestellt, dass das Hakenende, welches beim Wurf nicht beobachtet werden kann, ebenso senkrecht steht. Eine Winkelabweichung kann hier einen Wurf verursachen, der seitlich abgeht. Wenn sich das Griffstück zur Oberseite hin verbreitert, wird es schwierig, die Finger, die den Speer halten zu schliessen.
Doch nun zum Bau der hier gezeigten Schleuder. Als Maxime gilt immer : "Man muss mit dem glücklich werden, was man hat!" Und das war in diesem Fall ein gebogener Ast eines Pflaumenbaumes, der etwas länger war als gewünscht. Um die Krümmung etwas zu begradigen nahm ich das dickere Ende als Heck an und konnte so einiges an Material von oben her abtragen (siehe Strichlinie).
Als 'Anfängerset' ist ein Rehgehörn von Trödelmarkt, meist für wenig Geld erhältlich, bestens geeignet. Dieses Tier wurde, wie ich auf der Innenseite des Schädels las, am 18. Mai 1957 erlegt. Zu dieser Zeit waren die Böcke wohl noch so gross wie Ochsen, denn nur allein das Hakenende misst stolze 14 Zentimeter. Der Schaft des Gehörns stellt gutes Material für Spitzen dar, aber dazu kommen wir später. Das Foto oben zeigt Gehörnschaft und -gabelung in der 'gewachsenen' Reihenfolge.
Wie ihr auf dem oberen Bild des Hakenendes erkennt, war die längere Gehörnspitze leicht durchgebogen. Um es dem relativ geraden hinterem Schaftabschnitt anzupassen, kochte ich es eine halbe Stunde lang in Wasser. Die Temperatur bewirkt, das sich das Material ohne zu Brechen biegen lässt (siehe gelber Pfeil). Man muss es an zwei Stellen links und rechts des Knickes unterlegen und anschliessend gegen den Knick im Schraubstock drücken. In dieser gerichteten Stellung lässt man es erkalten, danach wird das Gehörn die gewünschte Position beibehalten.
Der Holzschaft wurde mittlerweile mit Raspel und Feile in Form gebracht und mit Schleifpapier geglättet. Um die Schönheit der Maserung hervorzuheben poliere ich das Holz mit feiner Stahlwolle und konserviere es mit mehreren Lagen Leinöl.
Das Hakenende kann nun in den Schaft eingelassen werden. Ich habe es leider verpasst, von diesem Bauabschnitt ein Foto zu machen. Ihr legt das Hakenende von oben auf das Schaftende und zeichnet die Kontur mit einem Bleistift auf das Holz. Für das Wegarbeiten/-fräsen des Holzes benutze ich bevorzugt einen 'Dremel'. Es funktioniert aber auch durch Schneiden mit dem Stecheisen. Wem das alles fehlt, prockelt mit Schaubenzieher und Messer. Das Hakenende sollte schliessend ins Holz passen und unten satt aufliegen. Da das aber nicht leicht zu bewerkstelligen ist, wird die Aussparung vermutlich etwas grösser werden. Um dann eine satte Passung zu erzielen, muss der Raum zwischen Hakenende und Holzbett aufgefüllt werden. Dazu könnt ihr einen zähen Brei aus Holzleim und Schleifstaub anrühren. Um die Schwindung des Holzleims zu gering wie möglich zu halten, (bei modernen Spachtelmassen wie Prestolit ist das nicht so), sollte die Konsistenz sehr steif wie z. B. bei Knete/Kitt sein. Diese Masse verteilt ihr in der Holzbettung und drückt dann anschliessend das Hakenende darein. Dem Hakenende könnt ihr vorher ein paar Quernuten an der Unterseite mit einer Dreikantfeile verpassen. Dadurch wird ein besserer Formschluss in der Längsrichtung erreicht. Das Hakenende muss nun sorgfältig ausgerichtet werden, gerade die senkrechte Richtung ist hier wichtig (siehe Text oben). Herausquellender Kitt wird mit der Messerspitze beseitigt. Nach dem (An-) Trocknen habe ich bei dieser Scheuder mit einem Zahnstocher braunen Holzleim (Titebond III Ultimate / Fa. Dick) um das Hakenende getupft, um die Fuge zu schliessen. Einige Wicklungen mit Hanf oder Zwirn etc., hierbei Flachs, stabilisieren das Ganze und runden auch die Optik positiv ab. Eine Strähne Flachs wird mit dabei zwischen den Fingern mit Holzleim eingestrichen und dabei flachgepresst. Nach dem Wickeln kann der Flachsring dann in Form gedrückt werden. Das Ganze hält bombig, fast für die Ewigkeit...
Das Griffstück bei dieser Schleuder besteht, weil ich es gerade hatte und auch mal ausprobieren wollte, aus einer Rattanwicklung, die mittels Flachs abgeschlossen wurde. Weitere Möglichkeiten für Griffgestaltung ist z. B. eine genähte Ledermanschette, gewickelte Wildlederstreifen oder Rohhaut.

Traditionell zu bauen macht Spass und ist wettbewerbskonform. Mit nur einem Rehhörnchen kommt ihr billig an eine (authentische?) Schleuder nebst Speer. Und weil so ein Viech meist zwei Gehörnstangen besitzt, ist für euren Kumpel auch noch so ein Set drin!




Die Reihenfolge Spitze oder erst die Befiederung ist eigentlich egal. Heftige Vorarbeiten wie Sägen der Aussparung für die Spitze und die Nocksenkung sollten aber doch zuerst am rohen Schaft ausgeführt werden.
Die besten Erfahrungen bei Befiederungen habe ich mit Truthahnfeder aus dem Bogensporthandel gemacht. Die Dinger heissen 'Volle Länge (VL)', sind relativ preiswert und gut zu verarbeiten. Der Kiel ist bereits glattgeschliffen und somit fertig zur Befestigung am Speerschaft.
Ich bevorzuge zur Zeit eine flachgeschnittene Drallbefiederung. Das Trimmen der Federn mache ich im vorderen Bereich mit einer Federstanze Typ 'Indian Style', die eigentlich für Bogenpfeilbefiederungen konstruiert ist. Den hinteren Rest der Federfahnen trenne ich mit einem wippenden, drückendem Schnitt mittels eines Messers mit gebogener und scharfer Klinge.
Für die erste Befestigung der Federn am Schaft nehme ich Fasern von Tiersehne. Das hat den Vorteil, dass die Wicklung ohne Leim klebt und ggf. später wieder leicht entfernt werden kann. Die Sehne braucht vorher um geschmeidig zu werden, nur einige Minuten in Wasser eingeweicht zu werden. Dabei nicht in ein Gefäss einlegen (die Sehne klumpt dann zusammen), sondern der Länge nach auslegen und mit der Fingerspitze ein paar Tropfen Wasser darauf tupfen.
In der Zwischenzeit kann der Schaft ausgewogen werden. Ich benutze standardmässig Kiefernrundstäbe mit einem Durchmesser von 12 Millimetern und 2 Metern Länge. Obwohl ich die Holzpinne sorgfältig aussuche, ist mir noch keiner untergekommen, der wirklich gerade war. Wenn ihr den Schaft hinten haltet und im mittleren Bereich abstützt, wird er seinem Schwerpunkt folgen und sich in den Händen in eine bestimmte Lage drehen. Diese Position wird auch der fertige Speer einnehmen. Im Bereich der Befiederung solltet ihr nun an der Oberseite den Punkt für die senkrecht stehende Feder mit einem Bleistiftstrich markieren. Bei der angestrebten Dreier-Teilung stehen dann anschliessend die beiden anderen Federn nach links und rechts unten neben dem Speerschleuder-Hakenende nach aussen weg.
Die Sehne ist mittlerweile weich geworden. Alternativ kann ein Faden verwendet werden, der auf den ersten 5 Zentimetern mit Holzleim eingerieben wurde. Der Leim zieht auf dem Schaft sofort an. So kann knotenlos gebunden werden und der Faden löst sich nicht mehr bei der weitergehenden Wicklung. Zwei Umdrehungen im Abstand von 5 Zentimetern vom Nockenende des Schaftes sollten für eine sichere Befestigung ausreichen. Anschliessend wird die erste Feder an der vorher markierten Position aus den Faden aufgesetzt, dann wird weitergewickelt. Die erste Feder ist nun fixiert. Mit Feder 2 und 3 wird genauso verfahren. Dabei ist auf eine möglichst genaue Dreierteilung zu achten. Wie ihr an den Bildern seht, war es hier einfach, weil ich nur der vorgegebenen Teilung des eingespleissten Ebenholznockenendes folgen brauchte. Ein bissel Augenmass reicht aber auch aus, die Zwischenräume zwischen den Federn müssen gleich sein. (An dieser Stelle könnte jetzt die Wickung über den gesamten Bereich des hinteren Federkielendes ausgeführt und anschliessend Holzleim darüber gestrichen werden, um die Lage der Federn zu fixieren. Ich mache es aber etwas anders. Weil die Federn eine nach der anderen zugefügt wurden, liegen Feder 2 und 3 nicht am Schaft an, sondern liegen auf der Sehne. Ganz zum Schluss entferne ich deshalb diese Wicklung wieder und lege eine durchgehende Decklage aus dünner Leinenschnur auf.)
Jetzt folgt ein wichtiger Schritt. Im hinteren Ende liegen die Federn am Schaft an und werden nun mit Leim links und rechts der Kiele auf einer Länge von 1 bis 2 Zentimetern fixiert. Weil später an den Federn noch kräftig gezogen wird, sollte diese Klebung richtig aushärten. Nicht ist unangenehmer als das Herausziehen einer Feder aus der hinteren Bindung beim folgenden Arbeitsschritt.
Die Befestigung der Federn am vorderen Ende funktioniert genauso wie schon vorher beschrieben. Bei meinen letzten Speeren, die ich baute, habe ich an dieser Stelle eine Drallbefiederung bevorzugt und bin der Meinung, das sich das bewährt hat. Ich setze dazu wieder zwei Wicklungen durchgeweichter Sehne im Abstand der Federlänge auf den Schaft und füge anschliessend die erste Feder zu. Dabei wickel ich vor der Befestigung die Feder ungefähr in einem Winkel von 90 Grad um den Schaft. Dabei sollte auf die Drehrichtung geachtet werden (links- bzw. rechtsgewundene Feder). Die Feder muss sich senkrecht auf den Schaft stellen und nicht mit ihrer Seite dort aufliegen.
Die Federn sind nun vorne und hinten in ihrer Position fixiert, in der Federmitte liegen sie allerdings noch nicht am Schaft an. Solange die vordere Sehnenwicklung noch feucht ist, lässt sich die Dreierteilung korrigieren. Puristen lassen es vielleicht so oder binden die Federn mit einer durchgehende Fadenspirale von vorn bis hinten an den Schaft. Ich verhake eine scharfe Messerklinge in den vorderen Bereichs des Federkieles und ziehe damit die Feder stramm. Eine feste hintere Bindung ist dabei zwingende Voraussetzung. (Ich wiederhole mich hier gerne: Hierbei ist nichts ist ekliger als das Herausziehen der Feder aus der hinteren Bindung!) Der Kiel in der Federmitte wird sich flach am Schaft anlegen. Mit einem Zahnstocher oder einer grösseren Nähnadel etc. wird tröpfchenweise Holzleim links und rechts in die Kante zwischen Federkiel und Holzschaft getupft/gezogen. Dieser Schritt ist kein Ankleben im üblichen Sinne, sondern eher ein Einbetten in Klebstoff. Falls sich die Feder trotzdem vom Schaft abhebt, sollten ein paar Glaskopfstecknadeln bereitliegen um dieses Problem zu korrigieren, ggf. hilft auch ein Nachziehen des vorderen Kielendes. Besser wäre es allerdings, wenn man ohne die Nadeln auskommt, weil sie die Feder aus ihrer ursrünglich vorgesehenen Position wegdrücken könnten. Nach dem Trockenen des Leimes entferne ich die provisorische Sehnenwicklung und bringe die abschliessende Deckwicklung an. Wer Lust hat kann jetzt ein paar Flaum- und/oder Zierfedern einbinden. Federchen von Hühnervögeln wie Fasane bieten sich hierfür an. Zum Schluss wird noch ein Tropfen Leim auf den beiden Wicklungen verstrichen.
Der vorliegende Text lässt sich schnell lesen, der Bau geht aber nicht annähernd so schnell vonstatten. Zum einen ist das so, weil es z. B. Stellen gibt, an denen der Holzleim erst richtig durchtrocknen muss. Zum anderen dauert die Vorbereitung des Schaftes einige Zeit. Ich behandel die Schäfte nach dem Schleifen und Polieren mittels Stahlwolle mit Leinöl. Erst nach dessen Einziehen und Trocknen kann mit dem Befiedern angefangen werden. Solche Speere baut man 'zwischendurch', man lässt sich Zeit, sofern ein vernünftiges Ergebnis erwartet wird. "quick 'n' dirty" wird anders gemacht. Es macht keinen Sinn auf Leim und Öl zu warten. Lieber das Gerät 5 Minuten am Tag zu behandeln und dann bis morgen in die Ecke stellen, getreu dem Motto: "Wer langsam fährt, kriegt auch 'nen Platten!"

(Eine Möglichkeit für eine schnelle Befiederung ist das Kleben mit Kontaktkleber. Bevorzugt zu verwenden sind dabei dünnflüssige Klebstoffe, wie Leder- oder Korkfliesenkleber. Position und Länge am Schaft durch Bleistiftstrich markieren, diesen Strich und die Unterseite des Federkieles mit einen dünnen Pinsel oder Zahnstocher einstreichen, kurz antrocknen lassen, zusammenfügen und darüberstreichen. Fertig! Saubere Drallbefiederungen lassen sich aber auf diese Weise nur schwer realisieren.)




Die hier gezeigte Spitze besteht aus dem abgesägten Schaft des Rehgehörns. Ich es säge um den Knochenzapfen herum aus dem Schädel. Die Rose schleife ich ab und der harte Knochenteil bildet später dann die Spitze. Die Basisabschrägung kann ein- oder zweiseitig ausgeführt werden, für die Stabilität ist das sekundär. Für wichtiger halte ich, dass die Kontaktflächen von Holzschaft und Spitze mit einer Dreikantfeile eingekerbt werden. Die später dazwischen liegende Leimschicht greift in diese Kerben und wirkt so formschüssig wie eine Klauenkupplung.
Der vorliegende Schaft war im Durchmesser so stark, dass ich ihn durch Feilen und Schleifen im Schraubstock auf das 12er Maß des Schaftes herunter arbeiten musste. Bei kleineren Gehörnen ist das nur an den dickeren, hervorstehenden Teilen notwendig. Der Keil der Spitze und die dazugehörige Aussparung sollte so genau wie möglich ausgeführt werden. Es ist darauf zu achten, das Schaft und Spitze im zusammengesteckten Zustand miteinander fluchten. Die v-förmige Kerbe sollte auch immer ins Holz gearbeitet werden, weil die spätere Wicklung dieses zusammenziehen kann.
Wenn alles passt, wird mit Holzleim verklebt und fluchtend ausgerichtet. Leim reicht hier aus, da er nur die Position fixiert und in die Kerben greift. Die Klebung sollte nun aushärten, damit diese Position beim Binden erhalten bleibt. Sehr wichtig für die Stabilität ist eine stramme Wicklung mit festem Garn, Hanf oder ähnlichem. Vorher können noch kleinere Kerben am Aussendurchmesser von Schaft und Spitze im Bereich der Wicklung angebracht werden. Dieser Bereich wird jetzt mit Leim eingestrichen und die Wicklung fest in diesen Leim gebettet. Abschliessend die ganze Wicklung satt mit Leim bestreichen, der richtig in die Fugen einmassiert wird. Das dient der Festigkeit und erzeugt eine glatte Oberfläche. Die Belastung beim Auftreffen auf das Ziel versucht die Spitze in den Schaft zu treiben. Das geht aber nicht, weil die Wicklung die beiden Holzlappen fest zusammen hält. Sollte sie nachgeben, wird der Keil der Spitze den vorderen Teil des Schaftes wie eine Axt spalten. Beim Herausziehen des Speeres aus dem Ziel könnte sich die Spitze nach vorne hin lösen. Das wird aber durch die Kerben der 'Leimverzahnung' verhindert.

Eine der beiden Spitzen habe ich Hans, dem Wikinger und einzigen dänischen Teilnehmer des Speerschleuder-Wettbewerbes in Lejre/Sjaelland 2007 geschenkt. Für Hans war es der erste Wettkampf dieser Art und er hatte neben dem Spass daran auch einen Erfolg zu verzeichnen. Vielleicht ist dies das Initial für eine etwas grössere dänische Speerschleuderszene...




Ich möchte an dieser Stelle auszugsweise einige e-Mails zum Thema Speer und Speerflug in chronologischer Reihenfolge veröffentlichen. Interessanterweise erreichen mich viel mehr Mails über das Gerät Speerschleuder, obwohl es doch letztendlich der Speer ist, der sauber fliegen muss, um das Ziel zu treffen...


Matthias am 03.04.06:
Ich hab dafür mal eine sinnige Erklärung gelesen, die besagt, dass die Flexibilität der Speere wegen der kreisförmigen Bewegung der Schleuder notwendig bzw. hilfreich ist. Die Spitze der Schleuder bewegt sich aus Sicht des Zieles nach oben und wieder nach unten. Wäre der Speer nun steif müsste er sich als ganzes mit dem Rückende nach oben und wieder nach unten kippen. Bei einem flexiblen Speer kann das Vorderteil sich ungekippt geradeaus bewegen. Die Konsequenz daraus ist, dass man wohl weniger Kraft in die Kippbewegung investieren muss und der Speer genauer geworfen werden kann.

Jens am 18.02.07:
...Der optimale Speerflug ist nach meinem Verständnis eine komplizierte Funktion vieler Faktoren: Spitzengewicht bzw. Speergewicht, Schwerpunktlage, Spinewert bzw. Schwingungsverhalten (ist selbst eine Funktion von Länge, Durchmesser, "Wuppdizität" des Materials, Trägheitsmoment), Befiederungsgrösse und -art, Beschleunigung (abhängig von Schnellkraft und Beschleunigungsweg).

Jens am 24.02.07:
(Anmerkung: Jens berichtet hier über zerlegbare Speere, was aber prinzipiell keinen Unterschied zu einteiligen Speeren ausmacht)
Die verwendete Schleuder ist 61 cm lang (kleiner Finger bis Haken) und 155 g schwer.
Die Speere hatten folgende Maße:
Spitzen (Vorfach): ca. 22 cm lang, 20g, 25g, 30g, 35g, 41g schwer
Hauptfach: Kiefer 10 mm, ca. 180 cm, von 65g bis 70g
Nachfach: Kiefer, 16g bis 19g, Truthahnfeder ca. 23 cm lang, ca. 3,5 cm hoch, 2-fach, 3-fach, 4-fach befiedert.
Die Wurfweite aller Speere war eigenartigerweise fast gleich (ca. 45 m), lediglich das höchste Spitzengewicht war etwas kürzer.
Das Flugverhalten aller Speere war gut, kein "Aufstellen" o.ä. Abnormitäten. Die Speere mit der 4-fach-Befiderung (unabhängig vom Spitzengewicht) fielen besonders dadurch auf, dass sie sich sehr schnell stabilisieren, d.h. die Schwingung des Speers wird sehr schnell gedämpft und schon nach ca. 8-10 m Flugweg ist keine Schwingung mehr zu sehen. Dafür kann man danach sehr gut ein schnelle Rotation des Speers beobachten. Am schlechtesten flog der Speer mit 2-fach-Befiederung und höchsten Spitzengewicht. Die Schwingung war so stark, dass sie selbst nach 45 m Flug noch extrem gut sichtbar gewesen ist. Eine Rotation ist nicht eindeutig feststellbar. Erwartungsgemäss lag die 3-fach-Befiederung dazwischen, aber eher ähnlich der 4-fach-Befiederung. Die Schwingung wird etwas langsamer gedämpft und die Rotation ist weniger ausgeprägt.
Also Sieger in allen Punkten (bei der getesteten Speerkonfiguration) ist eindeutig die 4-fach-Befiederung. Beim Spitzengewicht ist das Urteil nicht so eindeutig. Die 30g-Spitze ist noch akzeptabel, 35g schon eher schlecht, 41g eindeutig zu viel. Bei zu hohem Spitzengewicht ist die Belastung für den Speer zu gross und es besteht Bruchgefahr, besonders für kräftigere Werfer oder längere Schleudern. In der getesteten Konfiguration ist wahrscheinlich ein Gewicht zwischen 25 und 30 g für die Spitze optimal. Fazit: In der am Anfang beschriebenen Gerätezusammenstellung würde ich Spitzengewichte zwischen 25 und 30g benutzen. Bei Entfernungen bis 14 oder 16 m die 4-fach-Befiederung, darüber hinaus würde auch eine 3-fach-Befiederung gehen.

Fritz am 25.02.2007:
Das Testergebnis Deiner Speerwerfversuche ist interessant. Deine Erfahrungen mit der Zweifach-Befiederung kann ich bestätigen. Die Aussage über das Spitzengewicht gilt aber natürlich nur bei den von Dir verwendeten 10mm-Schäften. Der 12er hat schon von Natur einen höheren Spine. Ich benutze z. B. gerne schwere Spitzen, weil der Schaft dadurch weicher wird.

Jens am 11.03.07:
... die "Zahnstocher" (10-mm-Speere) fliegen ca. 60 m weit. Dabei liegen 3-fach und 4-fach-Befiederung ganz dicht beieinander, die 2-fach-Befiederung landet bei gleichem Spitzengewicht jeweils 3 bis 8 m kürzer. Seltsam, hat jemand eine Idee? Ich habe aber ansonsten nur Belastungstests gemacht und keine neuen Variationen probiert. Die 4-fach-Befiederung macht ein tolles Pfeifgeräusch und rotiert extrem gut. Wenn ich genug Nachschäfte gebaut habe, muss ich mal mit der Federhöhe experimentieren, da ist bestimmt viel an Weite und Flugbahn zu holen. Da wird sich auch zeigen, wo das Optimum von Federanzahl, Federlänge und -höhe liegt.




Jens am 26.03.07:
Sicher liegt im Gewicht und im Spinewert des Speeres der grösste Einfluss auf das Flugverhalten. Ich habe mit meinen Haselnuss-Speeren immer Probleme gehabt reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen (ich habe allerdings auch nicht so genau protokolliert). Mir ist erst ein Licht aufgegangen, nachdem ich Deine mail gelesen habe und nochmal den Bericht zu den 10 mm Zahnstochern durchgesehen habe. Ich habe soeben mal schnell einen einfachen Spinetest durchgeführt, ähnlich wie bei Pfeilen. Die Durchbiegung der Zahnstocher liegt relativ dicht beieinander, das Gewicht ebenfalls. Bei den Haselspeeren gibt es da ganz gravierende Unterschiede: trotz grösserem Durchmesser ist der Speer z.B. erheblich leichter und biegt sich aber wesentlich weniger oder z.B. mehr. Bei meinen elf Haselspeeren und einer Robinienrute konnte ich so auf die Schnelle keine Gesetzmässigkeit feststellen. Ich muss mir wohl die Mühe machen und eine Messreihe durchführen. Das wird vermutlich auch nichts bringen, da sich die Wachstumsverhältnisse so unterschiedlich in die Materialeigenschaften einbringen. Wie haben das denn unsere Vorfahren hinbekommen, die sind doch bestimmt nicht nur mit einem Speer losgezogen? Eine "allumfassende" Formel wird wohl nicht zu finden sein und es bestätigt sich meine Vermutung, dass alles viel komplizierter ist. Meine Testreihe mit den 10 mm Speeren stellt lediglich fest, dass das Spitzengewicht und die Befiederung sich eben so oder so auswirken, wenn Eigengewicht und Spinewert etwa gleich sind. Sobald einer der letzten beiden Faktoren sich wesentlich unterscheiden, kann das völlig andere Ergebnisse bringen. Deshalb ist es auch gut denkbar, dass bei einem grösseren Speergewicht der Unterschied zwischen 2-fach und 3-fach-Befiederung weniger ins Gewicht fallen. Ein Vergleich mit 12 oder 13 mm Kiefer könnte da neue Erkenntnisse bringen. Jedenfalls sind Haselruten ungeeignet, da die materialbedingten Parameter zu sehr streuen.

Fritz am 26.03.2007:
Mit den Speeren ist es genauso wie mit Pfeil und Bogen. Der Pfeil muss hier zum Zuggewicht passen. Beim Speerschleudern ist Deine Wurfkraft einer der bestimmenden Faktoren. Ein zu dünner Speer wird vermutlich durch zu starkes Biegen ein Grossteil der Energie verzehren. Ein zu steifer Speer (15 mm), am Anfang meiner "Karriere" ausprobiert, stellte sich beim Wurf mit der Spitze nach oben, das Heck wollte unten überholen. Meine Kraft hat einfach nicht ausgereicht ihn zu biegen (siehe Text oben 'Matthias'). Grössere Länge würde das wiederum kompensieren, aber natürlich wird dann das Speergewicht auch grösser. Mann kann Deinen Versuch wahrscheinlich umkehren, indem man mit nur einem Speer wirft. Das erste Mal schlapp. Kann nichts werden. Das zweite mal mit der grössten Kraft, die Dir zur Verfügung steht. Vielleicht triffs'te, vielleicht auch nich? Den dritten Wurf kennst Du selber. Die Kraft dabei ist wohl dosiert / ausgewogen. Der Speer schlängelt sich hoffnungsvoll dem Ziel entgegen. Patsch!!! Daneben, Mist!

Jens am 06.05.07:
...das Flugverhalten schreibe ich (wie Du auch) den gewundenen Federn zu. Das sorgt für echt gute Rotation und damit einen stabilen Flug. Wenn dann noch die Speer-Wuppdizität stimmt, dann hast Du ein tüchtiges Gerät erschaffen...
Nun noch ein paar Ausführungen zu den meinen Erkenntnissen: Die Nachschäfte mit 2-fach-Befiederung arbeite ich nun endgültig in 4-fach um. Das Flugverhalten hängt sogar davon ab, ob man die Federn waagerecht oder senkrecht in der Schleuder positioniert. Nach einem harten Aufprall ist durch die ungünstig auslaufend Maserung ein Speer gebrochen.
Nachdem ich ihn um nur 20 cm gekürzt hatte, habe ich wieder das volle Programm durchgezogen: Spitzengewicht von 24g bis 42g, Befiederung 2,3,4-fach. Da war gerade mal die Variante 32g mit 4-fach-Befiederung, welche man ohne innere Schmerzen verfolgen konnte, alles andere war Murks. Ich hatte jedoch den Eindruck, dass man mit der Federhöhe noch etwas experimentieren sollte. Im Augenblick scheinen meine Federn zu hoch zu sein, man hört regelrecht was sie für einen Luftwiderstand verursachen.
Gleichzeitig habe ich alle meine Schleudern getestet. Ich bin noch nicht ganz hinter das Geheimnis gekommen in welchem Winkel sich der Sporn befinden muss und welche Länge optimal ist...




Jens am 07.05.07:
Das mit den Schleudern ist so ein Ding. Ich glaube langsam, jede hat ihr Eigenleben. Da hilft es auch nicht die schönste und beste vom Profi zu haben, es liegt neben der Konstruktion auch daran wie sie in der Hand liegt. Nicht subjektiv wie: "Oh fühlt die sich schön an..." Ich habe eine zu Brennholz degradiert, da ich im Abwurf die Schleuder immer mehr oder weniger verkantet und verrissen habe. Sie hat sich wunderbar angefühlt, aber nichts getaugt. Da war ich ein bissel voreilig, es hätte vielleicht gereicht den Sporn etwas in der Höhe zu kürzen um näher an die Längsachse der Schleuder zu kommen.
Bei den Versuchen fehlt mir immer der zweite Mann der mit etwas Sachkenntniss den Wurf analysiert und dann auch zwischen zufälligen Verreissen und Systemfehlern unterscheiden kann. Ich muss wohl erst einen Club gründen... das dürfte aber in unserem "Kaff" schwieriger sein als Bürgermeister zu werden.

Uwe am 29.05.07:
Als Material habe ich bis jetzt immer nur 10er Material verwendet. Die Rundstäbe von Hellweg sind 240 cm lang. Für meine Zwecke reicht es, die Stäbe nur ein mal durchzusägen für einen teilbaren Speer...
Bis jetzt habe ich 4 teilbare Speere gebastelt und der erste teilbare Speer von mir hat jetzt ca. schon 120 Schüsse sehr gut gehalten ohne das ich eine Schwachstelle entdecken konnte. Auch Regen kann dieser Verbindungskonstruktion (Lederwicklung, Sisalschnur) nichts anhaben.
Mein nächstes Projekt wird es sein, einen 3 Meter langen teilbaren Speer aus 3 Segmenten zu basteln. Ich glaube zwar, das solch ein langer Speer viel zu schwer für mich ist, aber wie heisst es doch gleich so schön.... Versuch macht kluch ....

Jens am 29.05.07:
Hallöchen ihr Ritter vom dünnen Holz,
in meinem Kurzurlaub habe ich die Stöckchen fliegen lassen, bis die Schwarte kracht. Nachdem ich mir Uwe`s Video mehrmals angeschaut habe, ging es an die Änderung meiner Technik. Beim Zielwerfen ist das Resultat für mich umwerfend gewesen. Die Speere fliegen nun langsam dahin, wo ich sie hinhaben will. Beim Weitwurf bleibe ich jedoch bei meiner Anlauf-Technik.
Nebenbei habe ich an meiner Testreihe weitergearbeitet. Da bin ich etwas frustriert worden: beim Vergleich 2-fach, 3-fach und 4-fach-Befiederung. Heute habe ich das letzte 2-fach Nachfach in 4-fach geändert (ich hatte grösste Probleme beim Ankleben, da bei der hohen Luftfeuchtigkeit der Kleber nicht anziehen wollte). Nach meinen ersten Testreihen stand für mich eigentlich fest, dass die 4-fach-Befiederung unübertroffen ist. Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher.
Da ich nun genug Haupschäfte habe, konnte ich die Testreihe ausweiten. Es gibt Schäfte, die haben ein Eigenleben im Schwingungsverhalten, da hilft auch keine Variante in der Befiederung. Im Gegenteil, nach 30-40 m Flugweg endet jede Schwingung und Rotation, der Speer fliegt dann wie am Verhungern gen Boden (unabhängig vom Spitzengewicht).
Im Kurzstreckenbereich ist die 4-fach-Befiederung wohl besser, aber 3-fach mit einem guten Hauptfach kommt fast ran. Die 3-fach Befiederung mit 60-Drehung von Fritz ist wahrscheinlich eine gute Alternative, mir sind nur leider die Rohlinge für die Nachfächer ausgegangen.

Ich habe eine Schleuder, die 73 cm lang ist und 285 g wiegt. Meine Haselspeere haben damit sehr gut harmoniert. Danach habe ich einige andere Schleudern gebaut (alle zwischen 55 und 63 cm lang) und aus irgend einem Grund geriet meine "Adler" in Vergessenheit. Nun habe ich bei meiner Testreihe meine "Adler" mal wieder verwendet mit den 10-ern. Nix hat geklappt. Der Speer verliert etwa im ersten Drittel des Abwurfs den Kontakt zur Schleuder. Danach schlägt die Schleuder von oben auf das Ende des Speeres. Der Speer verhungert und landet 8 m vor mir. Wenn ich die "Adler" in Zeitlupe durchziehe fliegt der Speer zwar gut vom Haken, aber eben ohne Bums.




Fritz am 01.06.07:
Anhand von Extremen kann man sich meistens ein sehr gutes Bild verschaffen. Nimm doch mal einen alten Bestenstiel (als Schleuderersatz) mit einer Länge von 1,20 m (!), bastel einen Haken daran und versuch damit zu werfen. Der Bewegungsablauf wird ein Halbkreisbogen über dem Kopf.
Ich treibe den Speer mit der Schleuder möglichst gerade von hinten nach vorn direkt auf das Ziel zu, bei grösserer Entfernung natürlich mit der entsprechenden Überhöhung der Speerspitze. Vielleicht liegt es bei Dir an einer zu grossen Länge der Schleuder. Die Äste, die ich bisher für meine Schleudern abgesägt habe, habe ich vorher nicht mit einem Zollstock auf "richtige" Länge gemessen. Das kam so aus dem Bauch heraus. Die Länge meiner Schleudern pendelt so um 55 bis 60 cm, ich weiss aber, dass Markus, der in etwa Deine Körpergrösse besitzt, längere Schleudern bevorzugt.

Jens am 10.07.07:
Zu meinen Take-down-Speeren: ich finde die Konstruktion ist ganz gelungen. Das Nachfach werde ich so beibehalten.
Bei den Spitzen habe ich ein Problem erkannt. In meiner Scheibe bleibt das Vorfach vor der Kupplung stecken. Auf der Ronneburg gingen die Speere bis hinter das Vorfach in die Scheibe und da kann man die Spitze nur durch die Scheibe hindurchschieben um sie rauszuziehen.
Eine Möglichkeit ist die Einschätzung von Fritz: Vorfach verlängern. Auch eine gute Idee. Viel wichtiger war die "aussenstehende" Beobachtung von Euch beiden und Markus: Das 10-er Kaliber "schluckt" zuviel Abwurfenergie und hat dann damit zu tun sich zu biegen, auszurichten und geradeaus zu fliegen. Ich werde noch einen Versuch mit der schrittweisen Kürzung des Hauptfachs unternehmen. Wenn das nicht fruchtet, gibt es halt nur noch 12-er Kaliber.




Fritz am 11.07.2007:
Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass man beim Speerschleudern das Gehirn ausschalten muss. Wenn man unter Leistungsdruck steht, macht man sich die unmöglichsten Gedanken: Ist die Leitfeder oben, hab ich die Schleuder richtig in der Hand, vielleicht mehr links zielen, das Target steht tief, dosier ich die Kraft richtig...? Sch..., daneben! Bis all diese Gedanken die Speerspitze erreichen, ist der Speer schon von der Schleuder und die letzten Ideen zum Wurf noch gar nicht dort eingeflossen. Ich denke, dass das Erfassen des Zieles instinktiv viel schneller und genauer vonstatten geht, wir zweifeln nur immer daran.
Gestützt wird meine These durch viele unserer unbedachten Übungswürfe, die so problemlos ihr Ziel fanden.

Uwe am 12.07.07:
...und auch wenn man viel trainiert, dann heisst das noch lange nicht, das man auch bei einem Turnier gute Ergebnisse erzielt. Zu viele Faktoren bestimmen halt ob man trifft oder halt danebensemmelt.
Der Typ der Speerschleuder ist sicherlich Geschmacksache, aber ich finde, die Speerschleuder sollte schon auf die körperlichen Attribute des Werfers abgestimmt sein. ...und erst im vierten Versuch habe ich eine Speerschleuder gebastelt die dann auch für mich funktioniert hat. Allerdings muss ich dazu sagen, ich verwende diese Speerschleuder nicht mehr, denn der Speer liegt zu hoch und wenn man konstant gut schiessen möchte, dann darf man keine andere Speerschleuder verwenden. Ich für meinen Teil habe mich jetzt auf den prähistorischen europäischen Typ der Speerschleuder spezialisiert. Der Speer liegt sehr nah und parallel zur Speerschleuder; mit diesem Typ von Speerschleuder komme ich eigentlich recht gut zurecht. Ein weiterer entscheidender Faktor ist auch das Gewicht der Speerschleuder. Hier eine richtige Balance zu finden ist glaube ich auch recht schwierig und man muss schon die eine oder andere Speerschleuder ausprobieren bis man SEINE Waffe letztendlich gefunden hat. Im Anfang waren meine Speerschleudern immer recht schwer. Dann habe ich aber herausgefunden, das dies nicht unbedingt clever ist und das man dann zuviel Energie für Weitwürfe aufwenden muss. Die Speerschleuder darf aber auch nicht zu leicht sein, denn dann ist meistens das Gewicht des Speeres so gross, das sich der Speer zu weit nach vorne Richtung Boden neigt und man dann wieder ausgleichen muss. Eine Balance zwischen Speerschleuder und Speer sollte meiner Meinung nach schon gegeben sein.
Heutzutage betreiben wir das Speerschleudern als Sport, in grauer Vorzeit aber war man darauf angewiesen unbedingt beim ersten Mal das Jagdwild zu treffen, denn ansonsten gab es Abends nur Salat und Beeren. Worauf ich hinaus will, wir haben einfach nicht die Übung und den Druck konstant zu schiessen. Auch wenn wir mal an einem Tag die Zielscheibe im Garten oder auf der Wiese oder im Wald gut Treffen und stolz auf uns sind, das reicht nicht aus um wirklich konstant gut zu sein. Und wie Fritz schon bemerkte, in unseren Köpfen schwirren kurz vor dem Abwurf ziemlich viele Dinge durch den Kopf die den Flug des Speeres auch noch beeinflussen können. Das können natürlich noch sehr nützliche Dinge sein, aber man kann sich auch kurz vor dem Abwurf noch viel versauen wenn man sich zu viel Stress macht. Um es mal auf eine ganz einfach Formel zu bringen: Wir müssen lernen instinktiver zu schiessen und vor dem Abwurf gar nicht mehr so viel nachdenken; vielleicht sogar das Nachdenken vor dem Abwurf komplett abschalten.



Wie ihr an diesem kleinen Geplänkel erkennen könnt, ist allein dieser Aspekt des ganzen Themas schon sehr umfangreich. Die Lehre, die ich persönlich daraus ziehe, ist, dass das Treffen natürlich gewollt werden muss, aber niemals erzwungen werden kann. Der Wurf des Speeres muss eine Ausgewogenheit zwischen Kraft und Überhöhung der Speerspitze darstellen. Zum guten Schluss ein Spruch für (Schein-)Heilige: "Beim Wettkampf sind mentale Stolpersteine wie Lampenfieber oder Konkurrenzdenken unbedingt auszuschalten!" :-)




Wie sagte schon Herr Pirelli in der Werbung: " POWER IS NOTHING WITHOUT CONTROL ! " ( ... ja, nee, is' klar, woll ? ... )