Speerschleuder mit variabler Länge
 
 

Wer Langeweile hat, kommt spätestens im Winter auf die absonderlichsten Ideen. Als ich im letzten Sommer mit dem Bau von Schleuder und Speer anfing, merkte ich nach dem Bau sehr schnell, dass die Länge einen sehr unterschiedlichen Einfluss auf das Wurf- und Flugverhalten hat.
Nach dem Bau der ersten beiden Speerschleudern mit einer Länge von ca. 35 cm und 55 cm stellte ich fest, dass ich mit der kürzeren eine höhere Trefferquote erzielte. Mit der längeren, aus dem Arm über Kopf geworfene Speere flogen dagegen wesentlich weiter. (Im steinzeitlichen Ruhrgebiet meinte man damals: "Ja, nee, is' klar, woll?!")
Das Ergebnis dieser 'Forschung' (der 'wissenschaftliche Aspekt' darf nicht zu kurz kommen) ist natürlich leicht nachvollziehbar. Zum ersten trägt in erheblichem Maße meine mangelnde Übung dazu bei. Zum andern, das wissen z. B. Bogenschützen, werden Anfängern kleinere Zuggewichte empfohlen, welche Fehler beim Loslassen des Pfeiles eher verzeihen. Bei Speerwurf mit kurzer Schleuder ist dieses mit Sicherheit ähnlich zu sehen. Mit der längeren Schleuder vergrössert sich dagegen der wirksame Hebelarm und bei gleicher Kraft muss die Wurfweite dementsprechend grösser werden.
Doch wie gross muss die richtige Länge sein? Entsprechende Fachliteratur zeigt Werte zwischen ca. 40 cm bis 120 cm. Die Herren Stodiek/Paulsen sprechen von einer durchschnittlichen Längenbandbreite von etwa 55 - 75 cm, die bei einer weltweit vorgenommenen Zusammenstellung ermittelt wurde.

 

An dieser Stelle möchte ich mit meinem 'roten Monstrum' den Hebel ansetzen. Das Material dafür besteht aus dünner gedrehten Vorschlaghammerstielen, vermutlich aus Buchenholz. Das Gerät setzt sich zusammen aus einem Griffstück, Durchmesser 32 mm bei einer Länge von ca. 20 cm, und einem Endstück von 25 mm Durchmesser und gleicher Länge. Die wirksame Mindestlänge, gemessen vom Zeigefinger der das Griffstück umfassenden Hand bis zur Spitze des Hakenendes, beträgt ca. 23 cm. Durch verschiedene Zwischenstücke kann das Gerät um ca. 50 cm verlängert werden. Die an den Schnittstellen eingesetzten Gewindemuffen und Stiftschrauben erhöhen das Gewicht enorm (komplett ca. 450 Gramm). Das mag aufgrund der dadurch erhöhten Trägheit einen Nachteil darstellen, doch Weltrekorde will ich nicht damit werfen. Das Gerät soll ausschließlich Tendenzen aufweisen. Vielleicht ist es mit damit möglich, im kommenden Frühjahr die für mich passende Schleuderlänge zu ermitteln.


Das Hakenende ist ein grün eingefärbtes 'Vorserienmodell' (siehe 'Bauanleitung / Speerschleuder mit eingesetztem Hakenende). Hier sind noch offengeschliffene Lufteinschlüsse als dunkle Pünktchen erkennbar.