Speerspitzen aus Buchen-Hartholz
 
 

Speerspitzen aus Metall, z. B. Aluminium, sind mit Sicherheit widerstandsfähig und verschleissfest. Aber sie sind nicht leicht herstellbar wenn keine Drehmaschine zur Verfügung steht. Im übrigen standen diese Materialien in der Steinzeit nicht zur Verfügung *) und deshalb lassen die 'Regelmacher' Spitzen dieser Bauart bei Wettkämpfen natürlich nicht zu.
*) Vielleicht sind nur bis heute keine gefunden worden?! ;-)


Okay, sei's drum. Benutzen wir also Holz, ein Werkstoff, der sich leicht bearbeiten lässt und auch vor 25.000 Jahren vermutlich ausreichend vorhanden war.
Der Sinn einer Spitze ist es, spitz zu sein. Das daraus resultierende Problem ist profan. Die spitze Spitze bricht ab, sofern ihr Material nicht härter und zäher ist als die Rippen des Beuteguts. Da wir allerdings ausschliesslich Plastiktüten oder Strohziele jagen, sollte Hartholz aus Buche ausreichend sein.
In der Zeichnung ist der Durchmesser mit 12 Millimetern und die Gesamtlänge mit 100 Millimetern angegeben. Da eine Spitze nicht nur spitz, sondern auch spezifisch schwerer als das Schaftholz sein sollte, können Durchmesser und Länge variiert werden. Beim Wurf mit schwereren Spitzen wird die Durchbiegung des gesamten Speeres grösser (Bogenschützen sprechen hierbei vom 'Spine-Wert'). Das Flugverhalten wird sich ändern. Ich kann darüber an dieser Stelle keine Angaben machen. Hier hilft nur eigenes Ausprobieren.

Zum Bau: Ich verwende Buchenrundholz aus dem Heimwerkermarkt. Es gibt sie in mehreren Durchmessern und einer Länge von 100 Zentimetern. Der Preis beträgt bei Durchmesser 12 mm ca. 1,70 Euro.
Zuerst wird ein abgelängtes Stück in die Bohrmaschine gespannt und die grobe Form mit einer Raspel herausgearbeitet. Hilfreich für die Gleichmässigkeit der Spitzen ist hier eine vorher angefertigte Radienschablone (Kreissegment ca. Durchmesser 400 mm). Danach sollte die Spitze mit immer feiner werdendem Schleifpapier geglättet werden.
Die konische Bohrung fertige ich mit einem Bohrwerkzeug, das eigentlich zur Blechbearbeitung benutzt wird (z. B. Loch für Antenne im Auto-Kotflügel). Das Werkzeug ist relativ teuer, aber auf den Krabbeltischen im Heimwerkermarkt kann man es des öfteren für kleines Geld erhalten. Dieses von mir benutzte Bohrwerkzeug hat einen Durchmesser von 3 auf 14 Millimetern bei einer Nutzlänge von 32 Millimetern. Bei einem Werkstückdurchmesser von 12 mm ergibt sich eine Bohrtiefe von ca. 25 Millimetern. Für einen sicheren Halt mittels Zwei-Komponentenklebstoff sollte das ausreichend sein.

 

Vor dem konischen Aufbohren ist es ratsam zuerst eine Führungsbohrung mit dem kleinen Durchmesser zu erstellen. Ein paar auf 90 Grad zusammengenagelte Bretter dienen dabei zum Zentrieren des Werkstücks und zur Führung der Handbohrmaschine. Ein passgenaues Stück Rohr, über das aufzubohrende Spitzenende geschoben, verhindert ein Aufplatzen des Holzes während des Arbeitsganges Bohren.
Zum Herstellen des Aussenkonus am Speerschaft ist mit noch nichts einfacheres eingefallen. Ich schnitze ihn wie immer mit einem Messer vor und glätte ihn anschliessend mit einer Holzraspel. Das ist einfach und effektiv. Zwischendurch muss des öfteren der Sitz in der Hartholzspitze auf flächige Anlage geprüft werden.


Die untere Zeichnung ist ein Tipp zum Mogeln: Die Zentrierbohrung ist länger ausgeführt und mit in Leim gebetteten Bleikügelchen gefüllt. Das erlaubt die Anfertigung einer schlanken, trotzdem aber schwereren Spitze. Peinlich allerdings, falls sie mal platzen sollte... ;-(