Der Wurfspeer (Kurztextversion)

Diese Anleitung soll dabei helfen, den Bau eines funktionsfähigen Wurfspeeres zu ermöglichen, wie er in ähnlicher Form schon in der Steinzeit sehr erfolgreich zur Jagd eingesetzt wurde. Was hier gebaut wird, erhebt nicht den Anspruch einer authentischen steinzeitlichen Waffe.

Nahezu alle hier verwendeten Materialien sind in einen Baumarkt erhältlich. Davon ausgenommen sind die Federn. Vielleicht könnt ihr Flügelfedern der Gans oder des Truthahnsvon einem Geflügelzüchter in der Nähe erhalten. Die andere Möglichkeit ist der Kauf bereits halbierter Federn in einem Bogensportgeschäft. Die grössten dort erhältlichen Federn heissen im Fachjargon ´Volle Länge´.
Die von mir verwendeten Rundstäbe sind aus Nadelholz (Kiefer/Fichte/Tanne). Eigene Versuche haben gezeigt, dass für mich der Durchmesser 12 Millimeter betragen sollte. Der Stab muss sich beim Wurf durchbiegen und anschliessend schlängelnd fortbewegen. Durch diese Bewegung erhält er die notwendige Flugstabilität. Grössere Durchmesser mögen auch funktionieren, erfordern aber beim Wurf einen für mich viel zu hohen Kraftaufwand.
Die Länge der gekauften Rundstäbe beträgt in der Regel 2,00 bis 2,10 Meter. Dazu kommen noch ca. 10 bis 15 Zentimeter für die Spitze. Diese Gesamtlänge von durchschnittlich 2,20 Metern sollte voll ausgenutzt werden.

Die Höhlung am Ende des Schaftes kann am besten mit einem Fräser oder mehrschneidigen Kegelsenker hergestellt werden. Letztlich geht es aber auch mit einem Schraubenzieher und einer Messerspitze. Die Tiefe der Aushöhlung sollte 5 bis 10 Millimeter betragen und im Durchmesser kurz vor der Schaftaussenseite enden.

Der Anfang des ersten Federkieles wird mit einer oder zwei Stecknadeln am Schaft befestigt. Vorher ist dabei auf den richtigen Abstand von dem Federende bis zum Schaftende zu achten. Er sollte 5 bis 6 Zentimeter betragen. Die Feder wird jetzt im festgesteckten Bereich durch ein Tröpfchen Sekundenkleber fixiert.

Nachdem der Kleber angetrocknet ist, werden weitere Stecknadeln bis zum Federende angebracht. Dabei ist auf mittigen und strammen Sitz der Feder auf dem Schaft zu achten.

Sparsam Sekundenkleber rechts und links am Übergang von Federkiel und Schaft einsickern lassen. Vor dem Entfernen der Nadel muss das Ganze gut durchgetrocknet sein.

Nacheinander zwei weitere Federn (3er-Teilung/120 Grad beachten) auf die gleiche Art anbringen. Da Ihr gleichlange Federn ausgewählt habt, ist es nicht schwierig gleiche Anfangs- und Endpositionen wie bei der ersten Feder zu erreichen.

Die Spitze ist ein Thema für sich. Mit dem Gewicht der Spitze kann die Durchbiegung des Speeres beeinflusst werden. Gar keine Spitze am Schaft fliegt weiter, mit Spitze hält länger. Hier hilft nur der eigene Versuch. Mögliche Materialien sind Hartholz, wie Buche, Horn, Kunststoff oder Aluminium, usw. Das unterste Bild zeigt das Einspleissen von Spitze und Schaft. Für die Verbindung bevorzuge ich Zwei-Komponenten-Kleber.
Und weil es früher so war und wir uns doch ein bisschen an das Vorbild halten, bekommt die Spitze eine Umwicklung. Damals wurden z. B. Hornspitzen mit Tiersehnen fest umwickelt um so die nötige Stabilität zu erlangen. Da Sehnen schlecht zu bekommen sind, benutze ich also ein anderes Naturprodukt, nämlich Bast.
Der Anfang der Faser wird mit Sekundenkleber am Schaft fixiert. Dann ein paar Alleskleber-Raupen auf Schaft und Spitze ziehen und die erste Lage flugs gewickelt. Das Ganze noch sollte ein- bis zweimal wiederholt werden. Zum Schluss das Ganze mit Kleber überziehen und gleichmässig verstreichen.

Nach dem richtigen Austrocknen der Klebstoffe ist es ratsam den Schaft wie die Schleuder durch Einölen mit Leinöl oder einen anderen ausharzendem Öl zu konservieren. Das schützt nicht nur vor Feuchtigkeit, sondern sieht auch gut aus, da die verharzte Ölschicht seidenmatt glänzt.












Die hier gezeigte Bauanleitung stellt eine Kurzfassung der ausführlichen Bauanleitung dar, die im Download-Bereich abgelegt ist. Dort ist auch eine Anleitung zu finden, wie ein Speer noch einfacher gebaut werden kann.